Im Mai 2011 präsentierte der Verein Blinde und Kunst e. V. die Ausstellung „Blinde Flecken“ im Kölner Studio Dumont. Ziel des Projekts ist es, dass blinde Menschen ihre Lieblingsplätze aus ihrer Sicht einem sehenden Publikum präsentieren, ohne jedoch den Sehsinn dafür in Anspruch zu nehmen. Ganz so, wie sie selbst ihre Lieblingsplätze erleben, sollen sie vom Publikum wahrnehmbar sein. Zu diesem Zweck wurden die Lieblingsplätze der mitwirkenden zunächst mit hochwertigen Aufnahmegeräten akustisch festgehalten. Zusätzlich wurden sie dann von den Teilnehmern kommentiert. Nach dem letzten technischen Schliff wurden sie dann zum Teil in Dunkelkabinen mit Einzelsitzplätzen, zum Teil im hellen Raum auf Kopfhörer präsentiert, so dass der Rezipient den entsprechenden Ort aus der Ich-Perspektive des kommentierenden erleben konnte. So kamen 17 einzigartige „Bilder“ zusammen. An drei Abenden fand ein Rahmenprogramm statt, für das ebenfalls der Verein Blinde und Kunst verantwortlich zeichnete. Leslie Mader sang zur Vernissage. Bei einer Lesung las Viola Rez aus dem Buch „Blinde Schönheit“, ein Werk mehrerer blinder Autorinnen, und Thomas Zwerina trug eigene Werke vor. Zur Finissage klärte der Hamburger Kabarettist Robert Sandberg das Publikum über das auf, was es schon immer über sehende wissen wollte. Andrea Eberl beschloss die sehr erfolgreiche Ausstellung „Blinde Flecken mit ihren eigenen Deutschsprachigen Songs. In dieser Sendung skizziert Raphael Mader die Ausstellung und das Rahmenprogramm und gibt über die Motivation der Beteiligten Auskunft, das Projekt durchzuführen. Der Verein hat eine DoppelCD zur Ausstellung „Blinde Flecken“ erstellt, die bei ihm zu beziehen ist.

Eine Sendung von Blinde & Kunst e.V. im Rahmen von “Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden & Sehenden”.

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