Teil 2 der Sendereihe „Blinde im Blues“ beginnt in in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Vorbei war es mit arm sein und an der Straßenecke ein paar Dollar verdienen. Jetzt beginnt die Zeit, in der die blinden Musiker, die in der Öffentlichkeit bekannt waren, auch ordentlich davon leben konnten und mitunter Superstarstatus erhielten.

Die Sendung Blinde im Blues (Teil 2) gibt es zum Nachhören auf http://cba.fro.at/42953

Die Radiofabrikanten Gerd Hufnagl und Chris Holzer haben als Hommage an das Ohrenblicke-Projekt in ihrer Sendereihe „The Sky is Crying Blues Radio“ ein Special zu Blinden im Blues gestaltet.

Die Sendung „Blinde im Blues“ (Teil 1) gibt es zum Nachhören auf http://cba.fro.at/42467

Die Radiofabrik gewinnt neuerlich den Radiopreis der Erwachsenenbildung. In der Sparte „Experimentelles/Interaktives“ geht der Preis ex aequo an die Ohrenblicke-Redaktion der Radiofabrik sowie an „Im Sumpf“ von FM4.

Aus einer Rekordzahl von 106 Sendungen von 11 Sendern kürte die Jury Anfang November in sieben Kategorien die diesjährigen Sieger beim Radiopreis der Erwachsenenbildung. Die Auszeichnungen gehen diesmal an Ö1, FM4, Radio Orange sowie an die Radiofabrik Salzburg. Die Radiofabrik wird somit zum vierten Mal in Folge mit diesem wichtigen Radiopreis geehrt. In der prämierten Sendung geht es unter anderem um den angeblich korrekten Sprachgebrauch im Umgang mit Blinden und Sehbehinderten sowie um ein Fotoprojekt von Blinden.

„Das ist ein großartiger Erfolg für die die Ohrenblicke-Redaktion und erstklassige Arbeit der Radiofabrik“, freut sich Alf Altendorf, Geschäftsführer von Salzburgs Community Radio. Er erneuert die Forderung nach einem Gebührensplitting auf Landesebene: „Wir schätzen die Zusammenarbeit mit unserem Partner Land Salzburg, vermissen aber eine finanzielle Beteiligung an unseren Aktivitäten aus der Landesmedienabgabe. Geld, das vorhanden ist, aber nicht in den Medienbereich fließt“. Viel weiter sei der Bund, der im Rahmen des NKRF-Nichtkommerziellen Rundfunkfonds Community Medien immer stärker fördert. Diese Gelder werden aus dem Gebührenanteil des Bundes gespeist. „Eine ähnliche Lösung“, so Altendorf „wünschen wir uns auch für das Bundesland, was Absicherung und Ausbau unserer preisgekrönten Projekte garantieren würde“.

Das von der Europäischen Union geförderte Projekt „Ohrenblicke – Radiokunst von Blinden und Sehenden“ möchte die Potentiale von Blinden und Sehenden nutzen.
In diesem integrativen Audioprojekt steht die gemeinsame Gestaltung von Radiosendungen im Vordergrund. In der Radiofabrik in Salzburg, bei Radio Z in Nürnberg und dem Verein Blinde und Kunst e.V. in Köln werden Redaktionsgruppen aufgebaut, die gemeinsam Sendungen & Beiträge gestalten. Die entstandenen Produktionen werden über die Freien Radios in Österreich und Deutschland als auch den projektbegleitenden Weblog verbreitet. Zum Projektabschluss im Herbst 2011 werden die Produktionen auch auf einer Audio-DVD veröffentlicht werden.
Das Projekt „Ohrenblicke“ verfolgt, wie die Freien Radios, einen partizipativen Ansatz, inhaltlich gibt es keine Vorgaben zur Gestaltung der Sendungen. Technische und inhaltliche Betreuung gibt es von Seiten der Radiofabrik. Vorkenntnisse sind für die Mitarbeit am Projekt keine erforderlich, das nötige Know-how wird in begleitenden Workshops vermittelt, die die Mitwirkenden kostenlos besuchen können.
Jede/r, egal ob blind, sehbehindert oder sehend, ist eingeladen, Teil der Redaktionsgruppe „Ohrenblicke“ zu werden!
Über die Produktion von Radiobeiträgen hinaus bietet das Projekt, die Möglichkeit als blinder oder sehbehinderter Mensch zu einem selbstständigen Audioproduzenten zu werden, einen kreativen Umgang mit Technik zu erlernen und künstlerische Ausdrucksformen durch Audioproduktionen zu entdecken.
Im Anschluss sind alle Interessierten im RadioClub, dem monatlichen Stammtisch der Radiofabrik, im ARGEbeisl willkommen!

Die Radiofabrik – Freier Rundfunk Salzburg sendet in Salzburg und Umgebung auf den Frequenzen 107,5 & 97,3 MHz (Cablelink 98,6 MHz) Sie versteht sich als Sender mit der größten Meinungsvielfalt in dieser Stadt. Bevorzugt erhalten Menschen und Gruppen Sendeplätze, die in den traditionellen Medien unterrepräsentiert sind. In Bezug auf die Zahl der ehrenamtlichen RadiomacherInnen und die in den letzten Jahren erhaltenen Auszeichnungen zählt die Radiofabrik zu den erfolgreichsten Freien Radios im deutschsprachigen Raum. Die internationale Ausrichtung der Radiofabrik wird durch die Vielzahl der bereits durchgeführten EU-Projekte deutlich.
Kontakt: office@radiofabrik.at, 0662-842961 (Barbara Winkler / Georg Wimmer)

Blinde Menschen hören besser!

September 21st, 2009

Scheinbar sichert das Sehvermögen „allein“ den Zugang zur Welt. Flimmern und flackern doch allerorts die matten Scheiben und schnellen Schnitte. Buntheit regiert…

Sprachlich wird Blindheit oft negativ besetzt: „blind läuft man in die Katastrophe“, ist „mit Blindheit geschlagen“, kaum der Rede wert, es handelte sich nur um „blinden Alarm“. Dagegen wird in Redewendungen wie z.B. „blinder Glaube“, „blinde Liebe“, „blindes Vertrauen“ und dem „blinden Vermögen“ einer Kunst oder Fertigkeit wie z.B. dem Musizieren ein Wissensbereich angesprochen, der jenseits der schlichten kognitiven Rationalität liegt. Nur wenige Menschen haben eine Vorstellung davon wie es ist blind zu sein. Immerhin: Das Schließen des Auges, assoziiert das Blindsein eines jeden in jenem Augenblick. Blindheit ist nicht nur Verlust des Lichtes, sondern auch Chance zur Dunkelheit.

Sehbehinderte Menschen erfahren sowohl in der Berufswahl als auch bei Freizeit- beschäftigungen im Vergleich zu Sehenden starke Einschränkungen. Diese Menschen besitzen jedoch aufgrund ihrer Behinderung meist einen überdurchschnittlich gut ausgeprägten Hörsinn, haben aber selten die Möglichkeit ihre hohen auditiven Fähigkeiten kreativ einzusetzen. Radio ist ein barrierefreies Medium, das von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen gleichermaßen genutzt werden kann.